Die Prüfung rückt näher.
Du hast gelernt, Deine Unterlagen durchgearbeitet und vielleicht schon die ersten AEVO Prüfungsfragen beantwortet.
Und dann passiert etwas ziemlich Typisches:
„Das habe ich doch schon mal gelesen …“
Aber welche Antwort war jetzt noch einmal richtig?
Genau hier zeigt sich, ob Du etwas wirklich verstanden hast oder ob Du nur versucht hast, möglichst viele Fragen und Antworten abzuspeichern
Denn Prüfungsfragen sind ein gutes Werkzeug für Deine Vorbereitung.
Aber sie sind nicht das Lernziel.
AEVO Prüfungsfragen – wofür sind sie eigentlich gut?
Prüfungsfragen helfen Dir zunächst einmal dabei, herauszufinden:
- Was sitzt schon?
- Wo bist Du noch unsicher?
- Welche Themen solltest Du Dir noch einmal genauer anschauen?
- Kannst Du Dein Wissen auch auf eine konkrete Situation übertragen?
Gerade der letzte Punkt ist wichtig.
Denn bei der AEVO geht es nicht nur darum, Fachbegriffe und rechtliche Grundlagen zu kennen.
Als Ausbilder:in musst Du später Situationen einschätzen und angemessen handeln können.
Und genau deshalb sind Fragen mit konkreten Ausbildungssituationen besonders hilfreich.
Denn sie bringen Dich ein Stück näher an das, was später im Ausbildungsalltag tatsächlich passiert.
Was wird im schriftlichen Teil der AEVO-Prüfung geprüft?
Die Inhalte der AEVO-Prüfung verteilen sich auf vier Handlungsfelder.
1. Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen
Zum Beispiel:
- Ist ein Betrieb für die Ausbildung geeignet?
- Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
- Wie wird eine Ausbildung geplant?
2. Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken
Hier geht es unter anderem darum, wie Du geeignete Auszubildende auswählst und die Ausbildung vorbereitest.
3. Ausbildung durchführen
Hier wird es für den späteren Ausbildungsalltag besonders praktisch:
- Wie vermittelst Du Inhalte?
- Wie gehst Du mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen um?
- Wie motivierst Du?
- Wie gibst Du Feedback?
Das kann beispielsweise eine Unterweisung oder eine andere abgegrenzte Ausbildungssituation sein.
4. Ausbildung abschließen
Zum Beispiel:
- Was ist beim Ausbildungsabschluss zu beachten?
- Welche Perspektiven ergeben sich für den Azubi? Unsicherheiten um?
- Wie stellst Du den Transfer in die Praxis her?
Nur die Themen zu lernen, die Dir persönlich am leichtesten fallen, ist deshalb keine besonders gute Strategie.
Alle vier Handlungsfelder gehören zu einer guten Prüfungsvorbereitung.
Welche Arten von AEVO Prüfungsfragen gibt es?
Nicht jede Frage funktioniert gleich. Manche prüfen zunächst einmal, ob Du Grundlagen und Begriffe kennst. Andere stellen Dich vor eine konkrete Situation:
Ein Auszubildender macht immer wieder denselben Fehler. Wie gehst Du vor?
Und plötzlich reicht es nicht mehr, eine Definition auswendig zu können.
Du musst überlegen:
Was ist hier eigentlich das Problem?
Und:
Welches Vorgehen ist in dieser Situation sinnvoll?
Genau solche Fragen sind für die Vorbereitung besonders interessant. Denn sie bringen Dich ein Stück näher an das, was später im Ausbildungsalltag tatsächlich passie
Wissensfragen
Hier geht es beispielsweise um Begriffe, Grundlagen oder rechtliche Zusammenhänge.
Situationsbezogene Fragen
Hier wird eine konkrete Ausbildungssituation beschrieben und Du musst entscheiden, welches Vorgehen sinnvoll ist.
Fragen zu Methoden und Lernprozessen
Zum Beispiel:
- Welche Methode eignet sich für ein bestimmtes Lernziel?
- Wie kannst Du einen Lernprozess sinnvoll gestalten?
- Wie gehst Du mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen um?
Nur Antworten auswendig lernen? Lieber nicht.
Natürlich ist es beruhigend, wenn Du bei einer Prüfungsfrage die richtige Antwort kennst.
Aber wenn Du nur lernst:
Frage → Antwort A
kann es schnell schwierig werden, sobald die Frage anders formuliert ist.
Oder ein anderer Sachverhalt beschrieben wird.
Dann hilft Dir Dein auswendig gelerntes Muster möglicherweise nicht mehr weiter.
Deshalb stelle Dir bei jeder Frage ruhig eine zweite Frage:
Warum ist diese Antwort richtig?
Und genauso wichtig:
Warum sind die anderen Antworten falsch?
Wenn Du das beantworten kannst, hast Du deutlich mehr gewonnen als nur einen Haken bei einer richtig beantworteten Prüfungsfrage.
So kannst Du AEVO Prüfungsfragen sinnvoll nutzen
1️⃣ Erst lernen, dann testen
Prüfungsfragen sind kein Ersatz dafür, Dir die Inhalte zu erarbeiten. Nutze sie anschließend, um zu überprüfen, was hängen geblieben ist.
2️⃣ Falsche Antworten ernst nehmen
Eine falsche Antwort ist kein Drama. Im Gegenteil: Sie zeigt Dir, wo Du noch genauer hinschauen solltest. Also nicht einfach Lösung ansehen und weiter.
Frag Dich: Warum lag ich daneben?
3️⃣ Unsichere Themen sammeln
Wenn Du bei bestimmten Themen immer wieder ins Stolpern kommst, mach daraus Deine persönliche Lernliste.
Vielleicht sind es rechtliche Grundlagen.
Vielleicht Lernmethoden. Vielleicht Motivation oder Feedback.
Du musst nicht alles noch einmal von vorne lernen.
Du musst wissen, wo Deine Lücken sind.
4️⃣ Fragen später noch einmal bearbeiten
Wenn Du eine Frage heute richtig beantwortest, heißt das noch nicht automatisch, dass das Wissen dauerhaft sitzt. Deshalb: später noch einmal versuchen.
Am besten mit anderen Fragen zum gleichen Themenbereich.
5️⃣ Auch unter Zeitdruck üben
Die Prüfungssituation selbst ist noch einmal etwas anderes.
Wenn Du zu Hause in aller Ruhe über jede Frage nachdenken kannst, ist das nicht dasselbe wie eine Prüfung mit begrenzter Zeit.
Ein paar realistische Übungseinheiten können deshalb sinnvoll sein.
Du beantwortest immer wieder dieselben Fragen falsch?
Dann brauchst Du wahrscheinlich nicht noch mehr Prüfungsfragen. Du brauchst wahrscheinlich einen Schritt zurück.
Schau Dir das Thema hinter der Frage noch einmal an. Und versuche, es an einer konkreten Ausbildungssituation festzumachen.
Zum Beispiel: Du beantwortest Fragen zur Motivation immer wieder falsch?
Dann überlege:
Was würde ich tatsächlich tun, wenn ein Azubi plötzlich keine Motivation mehr zeigt?
Oder Du bist bei Lernmethoden unsicher? Dann frag Dich: Was soll der Azubi am Ende können – und welche Methode unterstützt ihn dabei?
So wird aus einer Prüfungsfrage wieder das, worum es bei Ausbildung eigentlich geht:
Lernen ermöglichen.
Du suchst noch nach der passenden Form der Prüfungsvorbereitung?
Ob Selbststudium, Präsenzkurs, Online-Kurs, Blended Learning oder Intensivkurs – welche Variante zu Dir passt, hängt von Deinen Voraussetzungen und Deinem Lernziel ab.
AEVO Prüfungsfragen und praktische Prüfung gehören zusammen
Auch wenn der schriftliche und der praktische Prüfungsteil getrennt voneinander stattfinden, würde ich sie beim Lernen nicht komplett voneinander trennen.
Denn vieles, was Du für den schriftlichen Teil lernst, brauchst Du später auch in der praktischen Ausbildungssituation.
- Lernziele.
- Methoden.
- Motivation.
- Feedback.
- Lernvoraussetzungen.
Das sind keine reinen Prüfungsthemen. Das sind Dinge, mit denen Du als Ausbilder:in später tatsächlich arbeitest.
Wie viele AEVO Prüfungsfragen solltest Du üben?
Eine Frage, die uns ebenfalls immer wieder begegnet.
Und meine Antwort darauf ist:
Nicht möglichst viele.
500 Fragen durchzuklicken und die richtigen Antworten anzukreuzen, bringt Dir nicht automatisch mehr Sicherheit.
Viel wichtiger ist:
- Hast Du alle vier Handlungsfelder im Blick?
- Verstehst Du die Inhalte?
- Kannst Du Wissen auf Situationen übertragen?
- Weißt Du, warum eine Antwort richtig oder falsch ist?
- Erkennst Du Deine persönlichen Lücken?
Qualität vor Quantität.
Woran erkennst Du gute AEVO Prüfungsfragen?
Nicht jede Sammlung von Prüfungsfragen ist automatisch eine gute Vorbereitung.
Achte darauf, dass die Fragen:
- die vier Handlungsfelder abdecken,
- unterschiedliche Themen berücksichtigen,
- nicht ausschließlich Faktenwissen abfragen,
- auch typische Ausbildungssituationen aufgreifen,
- verständlich formuliert sind
- und möglichst erklären, warum eine Lösung richtig ist.
Denn eine Antwort anzukreuzen ist das eine.
Zu verstehen, warum sie richtig ist, ist etwas ganz anderes.
AEVO Prüfungsfragen sind ein Werkzeug – kein Lernziel
Vielleicht ist das der wichtigste Gedanke für Deine Vorbereitung:
Du musst nicht möglichst viele Prüfungsfragen richtig beantworten. Du musst die Inhalte verstehen.
Und Du solltest sie später auf Situationen in Deiner Ausbildung übertragen können.
Denn genau darum geht es nach der Prüfung. Du bekommst mit dem Ausbilderschein die formale Grundlage.
Aber danach beginnt die eigentliche Arbeit.
- Menschen begleiten.
- Lernen ermöglichen.
- Feedback geben.
- Verantwortung übernehmen.
Noch Fragen zur Ausbildereignungsprüfung?
Auf unserer Übersichtsseite findest Du alles Wichtige zu Ablauf, Inhalten, Prüfungskosten und Vorbereitung der Ausbildereignungsprüfung (AEVO).
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