Ausbildereignungsprüfung (AEVO)

Der Ausbilderschein ist der Start. Gute Ausbildung geht weiter.

Du möchtest Ausbilder:in werden und suchst Informationen zur AEVO-Prüfung?

Hier bekommst Du einen Überblick über Ablauf, Inhalte und Vorbereitung – und erfährst, was über das Prüfungswissen hinaus im Ausbildungsalltag zählt.

 

Online-Lernen für die Ausbildereignungsprüfung

Was ist die Ausbildereignungsprüfung?

Die Ausbildereignungsprüfung nach AEVO weist die berufs- und arbeitspädagogische Eignung für die Ausbildung nach. Sie zeigt, dass Du die grundlegenden Anforderungen kennst, um Ausbildung zu planen, vorzubereiten, durchzuführen und abzuschließen.

Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Prüfungsteil. Inhaltlich orientiert sie sich an vier Handlungsfeldern, die den gesamten Ausbildungsprozess abbilden.

Im Alltag begegnen Dir dafür unterschiedliche Begriffe: Ausbildereignungsprüfung, AEVO-Prüfung, Ausbilderschein oder AdA-Schein. Gemeint ist häufig derselbe Qualifikationsnachweis – auch wenn die Begriffe fachlich nicht vollständig identisch sind.

Was bedeutet AEVO?

AEVO steht für Ausbildereignungsverordnung.

Die Verordnung beschreibt die berufs- und arbeitspädagogischen Anforderungen an Personen, die Auszubildende ausbilden. Die Ausbildereignungsprüfung dient dazu, die entsprechenden Kenntnisse nachzuweisen.

Ausbilderin nach AEVO Prüfung

Wer braucht einen Ausbilderschein?

Wer in einem Unternehmen selbstständig Auszubildende ausbilden möchte, muss grundsätzlich persönlich und fachlich geeignet sein. Die berufs- und arbeitspädagogische Eignung wird durch die entsprechende Qualifikation nachgewiesen.

Dabei muss nicht jede Person, die im Ausbildungsalltag mit Auszubildenden arbeitet, automatisch selbst die Rolle des verantwortlichen Ausbilders oder der verantwortlichen Ausbilderin übernehmen. Auch Ausbildungsbeauftragte können in die Ausbildung eingebunden sein und einzelne Ausbildungsinhalte oder Lernprozesse begleiten.

Was wird mit dem Ausbilderschein nachgewiesen?

Mit dem Bestehen der AEVO-Prüfung weist du deine berufs- und arbeitspädagogischen Kenntnisse nach. 

Dazu gehört beispielsweise, Ausbildung zu planen, Lernprozesse zu begleiten, Ausbildungssituationen zu gestalten und Auszubildende beim Erreichen ihrer Ausbildungsziele zu unterstützen.

Der Ausbilderschein ist damit ein wichtiger Nachweis – aber noch keine Garantie für gute Ausbildung. Denn was im Ausbildungsalltag wirklich zählt, zeigt sich erst in der täglichen Zusammenarbeit mit den Auszubildenden.

Wie läuft die AEVO-Prüfung ab?

1. Schriftlicher Prüfungsteil

2. Praktischer Prüfungsteil

Im schriftlichen Prüfungsteil werden Deine Kenntnisse in den vier Handlungsfeldern der AEVO geprüft.

 

Die Aufgaben beziehen sich auf typische Situationen aus dem Ausbildungsalltag und verlangen nicht nur reines Faktenwissen, sondern auch die passende Einordnung von Ausbildungssituationen.

Der schriftliche Teil bildet damit die fachliche Grundlage für die anschließende praktische Prüfung.

Im praktischen Prüfungsteil zeigst du, dass du eine konkrete Ausbildungssituation planen und gestalten kannst.

 

Im Mittelpunkt steht dabei eine Ausbildungssituation, die Du entweder präsentieren oder praktisch durchführen kannst. Anschließend findet ein Fachgespräch statt.

Hier wird es besonders praxisnah: Du musst zeigen, dass Du deine Vorgehensweise begründen und Dein pädagogisches und methodisches Handeln nachvollziehbar erläutern kannst.

Welche Inhalte werden in der AEVO-Prüfung geprüft?

Die Inhalte der AEVO-Prüfung orientieren sich an vier Handlungsfeldern. Sie bilden den gesamten Ausbildungsprozess ab – von der Frage, ob und wie ein Betrieb ausbilden kann, über die Vorbereitung und Durchführung bis zum erfolgreichen Abschluss der Ausbildung.

Dabei geht es um die Kompetenz, Ausbildung selbstständig zu planen, durchzuführen und zu kontrollieren.

Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen

Bevor Ausbildung beginnen kann, müssen die Voraussetzungen stimmen. Dazu gehören unter anderem die Eignung des Betriebs, der passende Ausbildungsberuf, der Ausbildungsbedarf und die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Ausbildung. Auch die Frage, welche Aufgaben die an der Ausbildung beteiligten Personen übernehmen und welche Ausbildungsinhalte gegebenenfalls außerhalb des Betriebs vermittelt werden, gehört zu diesem Handlungsfeld.

Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken

Ausbildung beginnt nicht erst am ersten Ausbildungstag. In diesem Handlungsfeld geht es darum, die Ausbildung organisatorisch und inhaltlich vorzubereiten und bei der Auswahl und Einstellung geeigneter Auszubildender mitzuwirken. Dazu gehören beispielsweise die Vorbereitung des Ausbildungsplatzes, die Gestaltung des Ausbildungsstarts und die Zusammenarbeit mit den an der Ausbildung Beteiligten.

Ausbildung durchführen

Jetzt wird Ausbildung praktisch: Ausbilder:innen gestalten Lernprozesse, vermitteln Inhalte, wählen geeignete Methoden aus und begleiten Auszubildende bei ihrer Entwicklung. Dazu gehören auch Motivation, Kommunikation, Feedback und der Umgang mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen. Entscheidend ist, Ausbildungssituationen so zu gestalten, dass Auszubildende zunehmend selbstständig berufliche Handlungskompetenz entwickeln können.

Ausbildung abschließen

Auch der Abschluss der Ausbildung gehört zur Aufgabe von Ausbilder:innen. Dazu zählen unter anderem die Vorbereitung auf den Ausbildungsabschluss, die Beurteilung der Ausbildungsleistungen und die Begleitung der Auszubildenden beim Übergang in den nächsten beruflichen Schritt.

Wie kann ich mich auf die AEVO-Prüfung vorbereiten?

Für die AEVO-Prüfung gibt es unterschiedliche Wege der Vorbereitung. Du kannst dir das notwendige Wissen im Selbststudium aneignen, einen Online-Kurs besuchen, an einer Präsenzveranstaltung teilnehmen oder verschiedene Lernformen kombinieren.

Entscheidend ist weniger die Form als die Frage: Passt die Vorbereitung zu deinem Lernstil, deinem Zeitbudget – und deckt sie tatsächlich alle Anforderungen der Prüfung ab?

Du lernst eigenständig mit Lernmaterialien, Fachliteratur und Prüfungsfragen. Das bietet maximale zeitliche Flexibilität, erfordert aber auch Disziplin und eine gute Lernstruktur.

Online-Kurse ermöglichen dir, ortsunabhängig und häufig zeitlich flexibel zu lernen. Achte darauf, dass neben dem Prüfungswissen auch die praktische Prüfung und das Fachgespräch berücksichtigt werden.

In einem Präsenzkurs kannst du Fragen direkt klären, mit anderen Teilnehmer:innen üben und von unmittelbarem Feedback profitieren. Gerade für die praktische Prüfung kann das ein wichtiger Vorteil sein.

Online-Lernphasen lassen sich mit Präsenzterminen, Übungen und persönlichem Feedback kombinieren. So kannst du selbstständig lernen und gleichzeitig gezielt Unterstützung nutzen.

Wenn die Prüfung bereits näher rückt, kann eine kompakte Vorbereitung sinnvoll sein. Dabei sollte nicht nur möglichst viel Stoff vermittelt werden – wichtig ist, dass du das Gelernte auch auf typische Prüfungssituationen übertragen kannst.

Worauf sollte ich bei der AEVO-Prüfungsvorbereitung achten?

Eine gute Prüfungsvorbereitung sollte mehr leisten, als Dich mit Prüfungsfragen vertraut zu machen. Sie sollte Dir helfen, die Anforderungen der AEVO zu verstehen und auf konkrete Ausbildungssituationen zu übertragen.

  • Alle vier Handlungsfelder werden berücksichtigt.
  • Schriftlicher und praktischer Prüfungsteil werden vorbereitet.
  • Du übst, Ausbildungssituationen methodisch zu planen.
  • Du bekommst Feedback auf deine praktische Durchführung bzw. Präsentation.
  • Auch das Fachgespräch wird vorbereitet.

Prüfungswissen ist die Grundlage. Anwendung macht daraus Ausbildungskompetenz.

Wo finde ich passende Vorbereitungskurse?

Du suchst noch nach einer passenden Vorbereitung? Hier findest Du eine Auswahl an Anbietern und verschiedenen Möglichkeiten, dich auf die AEVO-Prüfung vorzubereiten.

IHK / WIS

Im Weiterbildungs-Informations-System (WIS) der IHK findest du Informationen zur AEVO-Prüfung und – abhängig vom zuständigen Kammerbezirk – Anbieter von Vorbereitungslehrgängen. Die dort aufgeführten Anbieter werden nicht qualitativ bewertet.

Weiterbildungsdatenbanken

Auch über Weiterbildungsdatenbanken kannst du nach passenden Angeboten suchen und verschiedene Kursformate, Termine und Lernformen miteinander vergleichen.

Direkt bei Anbietern

Viele Bildungsträger bieten eigene AEVO-Vorbereitungskurse an – online, in Präsenz oder als Kombination aus verschiedenen Lernformen. Vergleiche deshalb Inhalte, Umfang, Termine und Kosten vor der Buchung.

Was kostet die AEVO-Prüfung?

Die Kosten für die Ausbildereignungsprüfung sind nicht bei allen IHKs gleich. Die jeweilige Industrie- und Handelskammer legt die Prüfungsgebühr nach ihrer Gebührenordnung fest.

Für die vollständige AEVO-Prüfung – also den schriftlichen und den praktischen Prüfungsteil – liegen die Gebühren je nach zuständiger IHK unterschiedlich. Auch für Wiederholungen oder eine Befreiung vom schriftlichen Prüfungsteil können andere Gebühren gelten.

Wichtig: Neben der Prüfungsgebühr können Kosten für die Vorbereitung entstehen, zum Beispiel für einen Vorbereitungskurs, Lernmaterialien oder Prüfungsunterlagen. Diese Kosten werden unabhängig von der eigentlichen Prüfungsgebühr berechnet.

Was solltest Du bei den Kosten mitrechnen?

  • Prüfungsgebühr der zuständigen IHK
  • Kosten für die Prüfungsvorbereitung
  • gegebenenfalls Kosten für Lernmaterialien
  • mögliche zusätzliche Gebühren bei Wiederholung oder Teilprüfungen

Tipp: Informiere Dich vor der Anmeldung direkt bei der für dich zuständigen IHK über die aktuell geltende Prüfungsgebühr und die Anmeldebedingungen.

Der Ausbilderschein ist der Startpunkt – nicht das Ziel

Mit dem Ausbilderschein hast Du die Grundlage geschaffen. 

Doch im Ausbildungsalltag entstehen die eigentlichen Herausforderungen erst danach: Wie gestaltest Du Lernprozesse? Wie gehst Du mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen um? Wie gibst Du Feedback, das wirklich weiterhilft? Und wie entwickelst Du deine Rolle als Ausbilder:in weiter?

Ausbildung mit Wirkung bedeutet für uns, Ausbilder:innen nicht nur auf eine Prüfung vorzubereiten, sondern sie auch im Ausbildungsalltag zu begleiten.

Du möchtest deine Ausbildungskompetenz nach der AEVO weiterentwickeln?

Entdecke unsere Workshops für Ausbilder:innen – praxisnah, mit konkreten Methoden und Impulsen für deinen Ausbildungsalltag.

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