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Pflichten von Azubis – und wie Sie Ihre Azubis bestmöglich unterstützen

Teil 2

Letzte Woche haben wir Ihnen drei ausgewählte Pflichten Ihres Azubis veranschaulicht. Heute stellen wir Ihnen die weiteren Verpflichtungen, die Ihr Azubi einhalten soll, vor.

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Betriebliche Ordnung und Sorgfaltspflicht

Der Azubi ist verpflichtet, die geltende Betriebsordnung zu beachten un die ihm übertragenen Aufgaben sorgfältig auszuführen.

Arbeitszeit- und Pausenregelungen, Urlaubsanträge und Krankmeldungen sind nur wenige Beispiele, die in Ihrer Betriebsordnung festgehalten sind. Oft gibt es diese in schriftlicher Form, vielfach ist es jedoch “ungeschriebenes Gesetz”.

Ihr Azubi soll alle Aufgaben, die Sie ihm übergeben, nach bestem Wissen und Gewissen sorgfältig und genau ausführen. Fehler sind zu vermeiden, damit es nicht zu Kundenreklamationen oder anderen betrieblichen Störungen kommt.

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Wie schafft Ihr Azubi das?

Wichtig ist, dass Sie sich am Anfang Zeit nehmen, Ihren neuen Teammitgliedern die im Betrieb geltenden Regeln wie Beginn und Ende der Arbeitszeit, Pausen- und Urlaubsregelungen und vieles mehr genau erklären. Schaffen Sie Klarheit zur internen Kommunikation, wie z. B. Duzen oder Siezen. Idealerweise übergeben Sie ihm eine Begrüßungsmappe, die alle Regeln und Gebräuche in Ihrem Unternehmen enthalten.

Damit Ihr Azubi in der Lage ist, seine Aufgaben fehlerfrei, sorgfältig und genau auszuführen, ist Ihr pädagogisches Geschick gefragt. Dabei gilt folgender Grundsatz:

Fehler des Azubi sind Fehler des Ausbilders.

Fehler des Ausbilders bleiben Fehler des Ausbilders.

Nun alles klar? Denken Sie an Ihre Rolle als Vorbild? Sehr schön!

Dann zur nächsten Pflicht Ihres Azubi.

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Führen des Ausbildungsnachweises

Der Azubi ist verpflichtet, einen schriftlichen bzw. elektronischen Ausbildungsnachweis zu führen.

Für die Zulassung zu den Prüfungen ist es erforderlich, dass Ihr Azubi schriftlich oder elektronisch die Nachweise über die ausgeführten Tätigkeiten erbringen kann. Das sog. Berichtsheft kann handschriftlich, als Dokument oder in Dateiform vorgelegt werden.

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Was hat das mit Ihnen zu tun?

Sehr viel! Haben Sie denn schon einmal daran gedacht, dass die Prüfer der Kammern das Berichtsheft nicht nur inhaltlich prüfen sondern auch optisch wahrnehmen? Die Prüfer sind verpflichtet zu überprüfen, ob der Azubi die für das Berufsbild erforderlichen Tätigkeiten erlernt hat oder ob diese über mehrerer Jahre “nur” einseitige Tätigkeiten erledigt hat. Es kann im schlimmsten Fall also passieren, dass die zuständige Stelle, z. B. die IHK oder die HWK, Ihre Ausbildungsberechtigung aberkennt.

Es ist also vergleichbar, als würde Ihr Azubi eine Visitenkarte von Ihnen als Ausbilder vorlegen.

P. S. Folgen Sie uns einfach weiter, in Kürze zeigen wir Ihnen Beispiele gelungener und nicht gelungener “Ausbilder-Visitenkarten”.

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Informationspflichten

Der Azubi ist verpflichtet, Sie über Fernbleiben von der Arbeit, von der Berufsschule, von Prüfungen und sonstigen betrieblich veranlassten Veranstaltungen zu informieren.

Ist Ihr Azubi also krank oder aus anderen Gründen verhindert, zur Arbeit zu kommen oder die Berufsschule zu besuchen, muss er sie informieren. Auch den Grund muss er nennen, jedoch im Falle der Krankheit nicht die genaue Diagnose des Arztes.

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Der Azubi ist verpflichtet, den Ausbildenden unverzüglich über das Bestehen der Abschlussprüfung zu informieren.

Mit dem Bestehen des letzten Teiles der Abschlussprüfung, meist ein Fachgespräch oder eine praktische Prüfung, erhält der Azubi eine Bescheinigung über das Bestehen oder Nicht-Bestehen der Prüfung.

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Für Sie als Ausbildender ist es wichtig, denn mit Bestehen der Prüfung endet das Ausbildungsverhältnis, unabhängig von der ursprünglich vereinbarten Dauer.

Ist die Prüfung nicht bestanden, besteht das Ausbildungsverhältnis bis mindestens zum Vertragsende fort. Auf Antrag kann der Azubi die Verlängerung des Ausbildungsverhältnisses bis zum nächstmöglichen Prüfungstermin verlangen.

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Was können Sie tun, damit Ihr Azubi sich daran hält?

Erklären Sie ihm seine Informationspflichten. Im Idealfall haben Sie in der empfohlenen Begrüßungsmappe Informationen hierzu hinterlegt.

Erinnern Sie Ihren Azubi regelmäßig an seine Pflichten. Aus Erfahrung wissen wir, dass der Azubi seine Pflichten gerne im “Kurzzeitgedächtnis” abspeichern und diese “temporären Dateien” gerne löschen 🙂

Wichtig ist auch, dass Sie genau das Vorleben, was Sie von Ihrem Azubi verlangen. Sie wissen schon, das war die Sache mit dem Vorbild 😉

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Noch Fragen dazu? Sehr gerne – schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne!

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In unseren Beiträgen verwenden wir der Einfachheit halber die männliche Schreibweise. Wir sprechen damit selbstverständlich alle Geschlechter an!

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