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Pflichten von Azubis – und wie Sie Ihre Azubis bestmöglich unterstützen

Teil 1

Der Berufsausbildungsvertrag sieht neben den Pflichten für den Ausbildenden* auch Pflichten für den Azubi vor. Meistens sind ja Ihre Azubis sehr genau über ihre Rechte informiert, die Verpflichtungen werden gerne vergessen.

Für Sie als ausbildender Betrieb und als Ausbilder ist es wichtig, dass Sie Ihren Azubi über seinen Beitrag zu einer gelungenen Ausbildung aufklären und ihn dabei unterstützen, seinen Verpflichtungen nachkommen zu können. Nun im Einzelnen:

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Lernpflicht

Der Azubi ist verpflichtet, sich das Wissen und die Kenntnisse selbstständig anzueignen und den Lernstoff aufzuarbeiten.

Viele Betriebe lehnen sich nun zurück und überlassen das Lernen, insbesondere den Berufsschulstoff, einzig und alleine dem Azubi. Und wundern sich, dass dies schief geht… Denn es soll ja auch im Interesse des Unternehmens sein, dass IHR Azubi den Lernstoff gut beherrscht.

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Wie können Sie unterstützen?

Durch individuelle Lernbegleitung. Der eine braucht weniger Unterstützung, der andere Azubi etwas mehr. Betrachten Sie das Lernverhalten Ihres Azubis und lassen Sie sich regelmäßig die erzielten Noten in der Berufsschule zeigen. Halten Sie Kontakt zur Berufsschule und beobachten Sie die Lernfortschritte im eigenen Unternehmen. Reagieren Sie bei Minderleistungen mit selbst organisierter oder mit externer “Nachhilfe”. Je früher, desto besser!

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Berufsschule und Prüfungen

Der Azubi ist verpflichtet, am Berufsschulunterricht und an Prüfungen außerhalb der Ausbildungsstätte teilzunehmen. 

Es kommt jedoch oft vor, dass der Azubi die Berufsschule schwänzt oder nicht zu den Prüfungen geht, zu denen der Azubi angemeldet ist. Viele Betriebe erfahren dies erst dann, wenn die Berufsschule nach mehrmaligem Fernbleiben anruft oder die Meldung über das Nichtablegen der Prüfung eintrifft.

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Wie können Sie unterstützen?

Fragen Sie Ihren Azubi regelmäßig nach seinen Erfahrungen in der Berufsschule. Erfragen Sie, ob Ihr Azubi sich gut auf die Prüfungen vorbereitet fühlt. Gegebenenfalls hat Ihr Azubi Prüfungsangst und bleibt deswegen der Prüfung fern.

Falls Sie Zweifel an den Aussage des Azubis haben: Lassen Sie sich die Kontaktdaten des Klassenleiters oder des Betreuungslehrers aushändigen und halten Sie Kommunikation aufrecht. Fragen Sie dort regelmäßig nach. Bieten Sie Ihrem Azubi spezielle Vorbereitungskurse zum Lernen oder zur Vertiefung des Fachwissens an.

Zur Prüfungsvorbereitung gibt viele Anbieter, die Ihren Azubi auf die bevorstehenden Anforderungen vorbereiten. Sie sollten jedoch unbedingt auf die Qualität achten und nicht den billigsten Anbieter wählen!

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Weisungsgebundenheit und Verschwiegenheit

Der Azubi ist verpflichtet, die Weisungen des Ausbilders zu befolgen und über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse Stillschweigen zu bewahren.

Ihr Azubi muss die Aufgaben erledigen, die Sie ihm als Ausbilder übertragen. Allerdings nur dann, wenn diese dem Ausbildungszweck dienen und die für das Berufsbild erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln. Ausbildungsfremde Tätigkeiten muss Ihr Azubi jedoch nicht ausführen.

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Ihr Azubi darf weder Kundendaten noch andere betriebliche Informationen, z. B. Personaldaten oder Daten aus der Buchhaltung, an Dritte weitergeben.

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Was können Sie tun, damit Ihr Azubi sich daran hält?

Heute ist es ohnehin selbstverständlich, dass Sie Ihre Mitarbeiter schriftlich auf die geltenden Datenschutzvorschriften hinweisen müssen.

Übertragen Sie Ihrem Azubi grundsätzlich nur Aufgaben, die dem Ausbildungszweck dienen. Ihr Azubi darf grundsätzlich Aufgaben, die ausbildungsfremd sind, verweigern. Das heißt natürlich nicht, dass Kaffeekochen, Spülmaschine ausräumen oder einmal die Brotzeit holen verweigert werden dürfen. Erläutern Sie Ihrem Azubi, dass dies in einem sozialen Miteinander selbstverständliche Aufgaben sind.

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Ach ja, und wie wäre es, wenn Sie einfach mit gutem Beispiel vorangehen und auch einmal den Kaffee kochen, die Spülmaschine ausräumen und die Brotzeit holen? Ich bin sicher, es bricht kein Zacken aus Ihrer Krone und stärkt Ihr Ansehen bei Ihren Azubis – ein Vorbild eben 🙂

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Das war’s im Teil 1 – der nächste Teil folgt nächste Woche! Schauen Sie einfach wieder rein!

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… * zu den Pflichten des Ausbildenden folgt zu einem späteren Zeitpunkt ein Blogbeitrag

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In unseren Beiträgen verwenden wir der Einfachheit halber die männliche Schreibweise. Wir sprechen damit selbstverständlich alle Geschlechter an!

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